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Die Welt von oben

 

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Mit feinem Gehör könnte mancher Grafrather merken, dass sich etwas verändert hat. In der Wallfahrtskirche des Heiligen Rasso läuten seit ein paar Wochen vier statt drei Glocken. Auf Anraten von Fachleuten ließ der Pfarrverband die neue vierte Glocke gießen, „um ein abgerundetes, harmonisches Geläut“ zu bekommen. Die Glocke ist Jesus Christus und dem Heiligen Franziskus geweiht, weil dieser vom Franziskaner-Orden, dem die drei Priester angehören, die im Grafrather Kloster leben, besonders verehrt wird.

 

Fast ein Jahr war es völlig still, weil sowohl die Glocken als auch der Glockenstuhl marode waren und repariert werden mussten. Die Glocken sind immerhin fast 300 Jahre alt und wertvoll. Sie wurden 1741 und 1746 gegossen und werden nun von der Gießerei Perner aus Passau restauriert. Sie sind 70 beziehungsweise 100 Kilogramm schwer. Die kleine dritte Glocke war nicht mehr zu retten und musste ersetzt werden. Die Kirchenstiftung Grafrath Mariä Himmelfahrt sammelte Spenden und es kamen mehr als 7400 Euro zusammen. Davon konnten die neue vierte Glocke sowie eine neue Steuerung bezahlt werden.

 

Ende September wurden alle vier Glocken bei einer Festmesse eingeweiht. Die Glocke von anno 1741 ist Philippus und Jacobus geweiht, den ursprünglichen Kirchenpatronen von Grafrath. Die kleinere Glocke von anno 1741 erklingt „zu Gottes Ehr“. Die neue Ersatzglocke für die „Rasso-Glocke“ trägt eingestanzt die Aufschrift „Heiliger Rasso bitt für uns“ und soll an die vermeintlichen Wunder des Volksheiligen erinnern. Zum Franziskusfest am 4. Oktober waren die Glocken erstmals wieder zu hören.

 

Die Ersatzglocke und die Restauration des Glockenturms werden vom Freistaat finanziert, der seit der Säkularisation von 1803 Eigentümer der Wallfahrtskirche ist. Eigentlich sollten die Glocken schon zu Ostern wieder erklingen, dann stellte sich heraus, dass der Turm marode war. Die Konstruktion zu erneuern, kostete mehrere zehntausend Euro.

 

Zu Anfang des Jahrhunderts wurde die Innenausstattung der Grafrather Wallfahrtskirche renoviert, darunter der Rokoko-Hochaltar, die Orgel und die Fresken an der Decke sowie die vier Seitenaltäre. Die Restaurierung kostete damals 1,5 Millionen Euro. Die Kirche wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet, Baumeister war Michael Thumb aus dem Vorarlberg. Die Innenausstattung stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Rassokirche in Grafrath war jahrhundertelang ein bedeutender Wallfahrtsort. Dem Volksheiligen werden etwa 12.000 Wunder zugeschrieben, die in Mirakelbüchern überliefert sind. Die Fürbitte Rassos soll vor allem bei Steinleiden geholfen haben. Die so genannte Wunderkammer der Kirche enthält allerlei Votivtafeln sowie skurril anmutende Gaben wie Knochenstücke, Blasen- und Nierensteine aus der frühen Neuzeit.     Bip

Harmonisches Geläut 

 

In der Wallfahrtskirche von Grafrath ertönen seit ein paar Wochen vier statt drei Glocken 

Foto: Herbert Brettner (oh)