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Die Welt von oben

 

Kamera-Drohnen knipsen Fotos aus vielen Metern Höhe

Gröbenzell ist so etwas wie die Radl-Hauptstadt im Landkreis. Bei der bundesweiten Aktion Stadtradeln war Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) der Einzige im ganzen Landkreis, der nicht nur drei Wochen lang fleißig mit dem Fahrrad fuhr. Unter dem Motto Spurwechsel war er der Einzige im Landkreis, der in der Kategorie Starradler antrat und seine Autoschlüssel abgab. Sein kleines Elektro-Dienstauto hatte er auf den Rathausplatz geparkt und das Gefährt wurde verhüllt. Um alles genau zu dokumentieren, wurde sogar ein Foto vom Kilometerstand gemacht. Schäfer hielt durch und hatte anscheinend Vorbildfunktion.

 

In der Landkreiswertung kam Gröbenzell mit 76.700 Kilometern auf den vierten Platz. Die Aktion Stadtradeln soll das Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz schärfen und für das Fahrrad als Fortbewegungsmittel werben.

Mia san mit’m Radl da

 

Unter dem Motto Spurwechsel wird bei der Aktion Stadtradeln auf das Fahrrad umgesattelt

Spurwechsel

Über ein Radwegekonzept wurde in diesem Jahr ausführlich diskutiert bei einer eigens angesetzten Veranstaltung. Dafür hatte die Gemeinde ein Beratungsbüro aus Hannover engagiert hat. Das jährliche „Volksradeln“ des Interessenvereins Gröbenzell (IVG) fand ebenfalls wieder statt. Diesmal mit einer rekordverdächtigen Teilnehmerzahl. „Es kommt jede Altersklasse von zwei bis 80 Jahren vorbei“, erzählte Organisatorin Marina Kinzel damals. „Besonders viele Familien sind diesmal dabei.“

 

Auch der nötige formale Ernst war gegeben. Auf der Startkarte befanden sich drei Felder, die von den IVG-Streckenposten gestempelt werden mussten, damit die 30-Kilometer-Rundfahrt als erfüllt galt. Die führte diesmal vor allem ins Graßlfinger Moos. Am Ende waren 364 Radler auf die Strecke gegangen. Gestartet wurde in der Rathausstraße, von dort ging es die Kirchenstraße hinunter, dann in den Gröbenzeller Norden. Da wollte auch Patrick Zückert hin. Er hatte wie viele Familien an diesem Tag seine Tochter Theresa in einem Anhänger am Rad gepackt und zog zusätzliche 30 Kilo über die 30-Kilometer-Strecke.

 

Theresa, 15 Monate jung, blickte erwartungsvoll aus dem Anhänger heraus. Neben ihr saß der Familienhund. Auch Familie Rösch hatte ihre Tochter im Anhänger dabei. Zoe war aber schon fünf Jahre alt und brauchte unterwegs Beschäftigung. Sie hatte ihr Kuscheltier dabei und Pixi-Hefte zum Anschauen. „Sonst wird’s ihr langweilig“, meinte Vater Otto Rösch. Ohne Anhänger waren die drei Marlischeks aus Fürstenfeldbruck gekommen. Die fielen durch ihre „Fat-Bikes“ auf. Das sind Fahrräder mit Reifen, die fast so dick sind wie Autoreifen. Zum Rollen werden diese Fahrräder mit Elektromotor-Unterstützung gebracht. „Ohne Motor wäre es zu schwer“, sagt Günter Marlischek. Auf 25 Stundenkilometer würden sie kommen. Die Marlischeks wissen, dass ihre Fahrräder ein Hingucker sind. „Das hat nicht jeder“, meint Ehefrau Manuela stolz.

 

Werner Urban, der Leiter des Gröbenzeller Heimat- und Torfmuseums, gehört zu den Stammradlern bei der IVG-Veranstaltung. Auch sonst fährt Urban viel Fahrrad. Regnet es nicht, fährt er zweimal in der Woche nach Fürstenfeldbruck und zurück. Auch SPD-Gemeinderat Franz Eichiner, 69, hielt eine korrekt gestempelte Startkarte in der Hand. Gröbenzell will mit Unterstützung des Beratungsbüros noch mehr für Fahrradfahrer tun. Der Sonnenweg ist die erste Fahrradstraße in Gröbenzell. Drei weitere sollen bald folgen.                Karl-Wilhelm Götte