ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG

Die Welt von oben

 

Kamera-Drohnen knipsen Fotos aus vielen Metern Höhe

Der Regisseur Herbert Achternbusch entdeckte ihn als Schauspieler, das Magazin Stern pries ihn als „Neuen Wilden“, in der Münchner Szene war er bekannt wie ein bunter Hund: der Maler Heinz Braun. Zum achtzigsten Geburtstag des Künstlers zeigt das Museum Fürstenfeldbruck eine umfassende Gesamtschau seines Werkes unter dem Titel „Ein Eigener sein – Leben und Werk des Heinz Braun (1938-1986)“.

 

Heinz Braun verdiente seinen Lebensunterhalt in Germering als Postbote. Seit 1951 widmete er sich als Autodidakt zunehmend der Malerei. Anfangs favorisierte er die gegenständliche Malerei, dann wurde er immer eigenwilliger und ausdruckstärker. Viele Jahre lebte Braun im „Schusterhäusl“ bei Germering und malte seine stark expressiven Bilder selbst bei Wind und Schnee draußen in der Natur, wo er Erde vom Acker oder auch Kuhmist von der Weide mit der Malfarbe kombinierte. 1974 lernte er Achternbusch kennen und spielte in mehreren seiner Filme mit, etwa in „Das Andechser Gefühl“ (1974), „Die Atlantikschwimmer“ (1976), „Bierkampf“ (1977), „Servus Bayern“ (1978) und „Der Komantsche“ (1979).

 

Nach 28 Dienstjahren wurde der unbequeme Mitarbeiter 1979 in die Frühpension entlassen. Er hatte im Postamt 3 in der Münchner Bayerstraße schon mal Pakete mit Porträts verziert oder Kantinenessen aus dem Fenster geschmissen, um für besseres Essen zu protestieren. Drei Jahre später diagnostizierten die Ärzte Krebs. Braun malte umso besessener weiter, setzte sich in seinen Bildern mit der Krankheit auseinander und schöpfte daraus bis zuletzt Lebensmut.

„Ein Eigener sein“

 

Mit einer Ausstellung stellt das Museum Fürstenfeldbruck das Leben und Werk des Heinz Braun vor

Die Ausstellung widmet sich der künstlerischen Arbeit des Malers, Schauspielers und Lebenskünstlers Heinz Braun und thematisiert damit auch das Lebensgefühl der Münchner Künstlerschaft in den 1970er- und 80er-Jahren. Gezeigt werden etwa 100 Bilder aus allen Schaffensperioden, Schwerpunkt ist sein Hauptwerk ab 1980, in der Sparkasse Fürstenfeldbruck werden parallel weitere 25 Gemälde zum Thema Landschaften ausgestellt. Die meisten Gemälde stammen aus Privatbesitz von etwa 30 Leihgebern, einige Arbeiten aus Sammlungen wie dem Münchner Stadtmuseum oder dem Museum Dachau. Zwei Arbeiten konnte das Museum Fürstenfeldbruck aus seiner Sammlung nehmen.

 

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 22. November, eröffnet und ist bis zum 28. April 2019 zu sehen. Das Museum Fürstenfeldbruck ist von Dienstag bis Samstag von 13 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Am 24., 25. und 31. Dezember ist das Haus geschlossen.             Bip

Selbstbildnis des Malers Heinz Braun von 1978, das ihn als Faschingsprinzen zeigt.        Foto: Museum Fürstenfeldbruck