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Die Welt von oben

 

Kamera-Drohnen knipsen Fotos aus vielen Metern Höhe

Was tun bei Ärger mit Handwerkern?

 

Ansprüche bei Unpünktlichkeit, Schäden und Mängeln

Foto: Fotolia

Schäden sofort dokumentieren

 

Andere Szenarien: Die neuen Möbel stehen, aber die Monteure haben beim Transport nicht aufgepasst und die Wände im Hausflur stark zerkratzt, womöglich auch einen wertvollen Gegenstand zerstört. Oder der Fußboden wurde vor dem Streichen nicht ordnungsgemäß abgeklebt und ist nun durch Farbflecke verunstaltet. Wer muss für den Schaden aufkommen?

„Der Kunde muss nachweisen, dass die Handwerker den Schaden verursacht haben“, sagt Michael Reichwein. Er rät allen Betroffenen, den Schaden sofort per Foto zu dokumentieren. „Am besten lässt man sich die Schäden dann direkt von den Handwerkern bestätigen. Bestreiten diese ihre Schuld, sollte man möglichst zeitnah einen Zeugen hinzuziehen.“

Die Wandfliesen hängen schief, die Silikonfugen sind unsauber verarbeitet oder die Heizung läuft trotz Entlüftung immer noch nicht richtig? Wenn man einen Fachhandwerker beauftragt, ist es besonders ärgerlich, wenn die Qualität der Dienstleistung nicht stimmt. „Der Kunde sollte den Mangel sofort rügen – am besten schriftlich mit angemessener Fristsetzung –, und zwar spätestens dann, wenn der Handwerker das Werk fertiggestellt hat“, rät Michael Reichwein. Solange erhebliche Mängel vorlägen, solle der Kunde die Abnahme verweigern. In diesem Fall könne man den Lohn auch vorerst einbehalten.

Meistens erledigen Handwerker ihre Arbeiten sorgfältig und professionell. Umso größer ist der Ärger beim Kunden, wenn es zu Unpünktlichkeiten oder zu Pfusch kommt. Oftmals sind Verbraucher ratlos, welche Rechte sie in solchen Fällen haben.

Für den Kunden ein Ärgernis, aus der Sicht des Handwerksbetriebs unvermeidlich: Für die Erledigung eines Auftrags gibt es immer ein ziemlich großes „Zeitfenster“. Eine Spanne von vier Stunden, in der die Handwerker kommen können, ist dabei nicht ungewöhnlich. Viele Menschen müssen sich deshalb einen Tag Urlaub nehmen. Umso ärgerlicher, wenn der Handwerker auch in der vereinbarten Zeitspanne nicht erscheint. Doch hat man nun einen Anspruch auf Schadenersatz?

 

„Einen solchen Anspruch haben Kunden nur, wenn sie einen Verdienstausfall hatten. Das ist etwa bei einem Selbstständigen der Fall, der in der vertanen Zeit keine Einnahmen erzielt“, klärt der Limburger Anwalt und Berater der Roland Rechtsschutzversicherung Michael Reichwein auf. Allein für vertane Freizeit habe man aber keinen Anspruch gegen den Handwerker. Und wie verhält es sich, wenn der Handwerker pünktlich eintrifft, aber vor verschlossenen Türen steht? „Wenn der Handwerker unverrichteter Dinge wegfährt, kann er die Anfahrtskosten in Rechnung stellen“, so Reichwein.

 Gibt das Arbeitsgericht dem klagenden Arbeitnehmer Recht und gilt das Arbeitsverhältnis als nicht beendet, muss der Arbeitgeber den zwischenzeitlich angefallenen Lohn nachzahlen, auch wenn der Arbeitnehmer in dieser Zeit keine Arbeitsleistung erbracht hat.

Um dieses finanzielle Risiko abzumildern, haben Arbeitgeber oft gemeinsam mit einer fristlosen Kündigung „vorsorglich für den Fall der Unwirksamkeit der Kündigung“ Urlaub erteilt.

Fristlose Kündigung: Keine vorsorgliche Urlaubsgewährung mehr

 

Im Rahmen einer Kündigungsschutzklage wird oft über die Rechtmäßigkeit der Kündigung entschieden.

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Dies bedeutete, dass der Arbeitgeber zwar den angefallenen Lohn zahlen, jedoch den Arbeitnehmer nicht erneut zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Urlaubsgewährung bezahlt von der Arbeit freistellen musste. Diese Praxis war vom Bundesarbeitsgericht (BAG) jahrelang abgesegnet worden. Nun hat das BAG diese Rechtsprechung aufgegeben. Im vorliegenden Fall hat ein Arbeitgeber eine fristlose, hilfsweise ordentliche Kündigung ausgesprochen und für den Fall der Unwirksamkeit der fristlosen Kündigung den Arbeitnehmer unter Anrechnung von Urlaub von der Arbeitsleistung freigestellt. Die fristlose Kündigung war unwirksam.

Das BAG hat entschieden, dass dem Arbeitnehmer nicht wirksam Urlaub gewährt worden sei. Zwar hat der Arbeitgeber eine Freistellungserklärung abgegeben, aber nicht gleichzeitig vor Urlaubsantritt die Urlaubsvergütung gezahlt oder die Zahlung vorbehaltlos zugesagt. Nur beide Faktoren gemeinsam erfüllen § 1 des Bundesurlaubsgesetzes, also die Gewährung von bezahltem Erholungsurlaub (BAG, Az. 9 AZR 455/13).

Übrigens: Will ein Arbeitnehmer eine Kündigung anfechten, muss er binnen drei Wochen nach Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht Klage einreichen.


Quelle: KSH Rechtsanwaltspartnerschaft Streng und Haidacher, Fürstenfeldbruck. Telefon 08141/51040