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Die Welt von oben

 

Kamera-Drohnen knipsen Fotos aus vielen Metern Höhe

7300 Quadratmeter Naturwissen 

 

Seit Generationen informiert der Kreislehrgarten in Adelshofen intensiv über heimische Gartenkultur

 

Herbstzeit ist Erntezeit. Die Bäume im Kreislehrgarten in Adelshofen hängen voller Äpfel, Quitten und Zwetschgen, in dem Gemüsegarten sprießen Kohl und Lauch, Kräuter und Blumen. Der Lehrgarten umfasst 7300 Quadratmeter, etwas größer als ein normaler Fußballplatz, und liegt in der Drosselstraße am nördlichen Rand des Dorfes.

Der Schwerpunkt der Anlage, die die Aktiven des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Fürstenfeldbruck hegen und pflegen, liegt auf dem Obstbau. Etwa 100 verschiedene Sorten sind in der Anlage zu finden, darunter etliche, die es nur in der Region gibt, wie die Gogolore-Birne. „Wir versuchen, alte Sorten und damit die biologische Vielfalt zu erhalten, manche Sorten haben nicht einmal einen Namen“, erzählt Horst Stegmann, der Geschäftsführer. Diese Obstsorten sind sonst kaum mehr erhältlich, sie werden in Adelshofen veredelt und wieder in Gärten ausgepflanzt. Außerdem gibt es einen Bauerngarten und Hochbeete sowie eine Imkerei mit derzeit allerdings nur zwei Bienenvölkern.

Der interessierte Freizeitgärtner kann sich auch über neue Züchtungen und ihre Vorzüge informieren, etwa solche mit Feuerbrandresistenz. In Kursen und Vorträgen wird über Obst- und Gemüsebau, Gehölze, Stauden, Fassadenbegrünung, Bodenpflege und biologischen Pflanzenschutz informiert. Im Kreislehrgarten kommt kein Pflanzengift zur Anwendung. Die Gartenbauer wollen zeigen, dass zeitgemäße Freizeitgärtnerei auf Chemie verzichten kann. Das setzt allerdings umfassende Kenntnisse in der Führung der Pflanzenkulturen voraus. Auch ökologisch unbedenkliche Präparate werden nicht verwendet, allerdings eher aus personeller Not. Für die Pflege des Lehrgartens sucht der Verband dringend ehrenamtliche Helfer.

 

Ehrenamtliche gesucht

Zweck des Lehrgartens ist neben der Bewahrung der biologischen Vielfalt, die Bürger über alle wesentlichen Fragen zu informieren, die einen Freizeit- und Hobbygärtner interessieren. Obwohl der Garten immer geöffnet und teilweise beschildert ist, empfiehlt sich für eingehendere Informationen die Teilnahme an Seminaren, Kursen und Führungen. Im Rahmen von Ferienprogrammen und in Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten gibt es besondere Führungen und Aktionen für Kinder und Jugendliche. So haben Mitglieder der Gartenbauvereine in jahrzehntelanger Arbeit eine Blumenwiese angelegt, in der Kinder einzelne Pflanzen bestimmen oder Wiesenkräuter sammeln.

Seit mehreren Jahren kooperiert der Kreisverband mit dem Bauernhofmuseum Jexhof zusammen. Kreisfachberaterin Michaela Schleicher zeigt jährlich zum Winterende den richtigen Schnitt von Obstgehölzen in Theorie und Praxis. Ihr Kollege Horst Stegmann veranstaltet jedes Jahr am 3. Oktober eine Ausstellung mit Äpfeln von etwa 60 Sorten. Dazu wird der Biburger Gartenbauverein ein Schau-Mosten mit einer transportablen Korbpresse veranstalten. Der Lehrgarten hat eine lange Vorgeschichte. Der erste Garten entstand nach dem Ersten Weltkrieg und hieß Bezirksgarten, weil Landkreise damals noch Bezirke hießen. Der damalige Bezirksgärtner Rothmund machte die Anlage mit seinen Neuzüchtungen von Dahlien, Primeln und Ritterspornen international bekannt. 1957 wurde dieser erste Lehrgarten wieder aufgelöst, heute steht dort das Landratsamt. Der Kreisverband suchte nach Ersatz, die Aktiven mussten sich jedoch bis 1994 gedulden, als die Gemeinde Adelshofen ein Grundstück zur Pacht und der Landkreis seine Unterstützung anbot. Im Herbst 1995 begannen die Obst- und Gartenbauer damit, das Gelände mit einer Baum- und Strauchhecke einzugrenzen. Vier Jahre später konnte das Betriebs- und Lehrgebäude eingeweiht werden. Dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege gehören 29 Gartenbauvereine im Landkreis an, er vertritt derzeit etwa 7200 Mitglieder. Im Internet kann man sich unter garten-ffb.de über den Garten und die Aktivitäten des Verbandes informieren. Die Homepage ist auch eine Plattform für Information und Meinungsaustausch gedacht.

Alte Sorten bewahren: Im Kreislehrgarten in Adelshofen werden unter anderem heimische Apfelsorten veredelt und wieder in örtlichen Gärten ausgepflanzt – und zwar alles ohne Chemie.
Foto: Peter Bierl

Umzug oder Hülle? 

 

Ob frostempfindlich oder winterhart: So überstehen Kübelpflanzen die Kälte unbeschadet

 

Sie haben uns treu und zuverlässig durch den Sommer begleitet – Kübelpflanzen waren zuständig für Flair auf der Terrasse und im Garten. Nun ist es an der Zeit, die Überwinterung zu planen. Damit die mehrjährigen Pflanzen im Topf überwintern, brauchen sie im Herbst besondere Aufmerksamkeit.Bei Kübelpflanzen wird zwischen frostempfindlichen und winterharten Sorten unterschieden. Handelt es sich um wärmeliebende Gehölze oder Stauden, die bei Minusgraden erfrieren, ist ein frostfreies Winterquartier nötig. Das kann ein kühles Treppenhaus, ein unbeheizter Wintergarten oder ein heller Kellerraum sein. In Wohnräumen stehen die Kübelpflanzen in der Regel zu warm und trocken. Das schwächt sie und raubt ihnen Kraft für den Neuaustrieb und die Blüte im folgenden Jahr. Einen kühlen Standort unter 10 Grad bevorzugen unter anderem Zitruspflanzen (Citrus), Olivenbaum (Olea), Sternjasmin (Trachelospermum), Dipladenie (Mandeville), Schmucklilie (Agapanthus) und Oleander (Nerium). Einige sommergrüne Arten, die im Herbst ihre Blätter verlieren, können im Dunkeln überwintern. Dazu zählen unter anderem Wandelröschen (Lantana), Engelstrompete (Brugmansia), Fuchsie (Fuchsia) und Veilchenstrauch (Iochroma). Aufmerksamkeit benötigen jetzt auch robuste Pflanzen, die Minusgrade eigentlich gut vertragen, wie Eiben (Taxus), Buchs (Buxus), Sommerflieder (Buddleja), Hortensien (Hydrangea) und Fächerahorn (Acer). Wachsen sie im Kübel anstatt im Boden, sind ihre Wurzeln dem Frost stärker ausgesetzt. Die Kälte durchdringt die Erde schneller und tiefer. Deshalb sollte der Kübel isoliert werden. Dazu eignen sich am besten Jute- oder Vliessäcke, empfiehlt der Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE). Sie sind im gärtnerischen Fachhandel erhältlich. Zwischen Stoff und Topf kommt eine isolierende Laubschicht. Auch Noppenfolie eignet sich als Winterschutz.
 

Regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren


Beim Befestigen sollte berücksichtigt werden, dass die Kübelpflanzen bei frostfreiem Wetter gewässert werden müssen. Zum Schutz gegen Bodenfrost werden die Töpfe zusätzlich auf eine Styropor-Platte oder Kokosmatte gestellt. Ein windgeschützter Standort dicht am Haus eignet sich am besten. Wintergrüne Gehölze sollten zudem mit einem Vlies gegen Sonnenstrahlen – insbesondere bei Minusgraden – geschützt werden. Gut verpackt überstehen auch ältere Exemplare einiger mediterraner und subtropischer Arten kurze Frostperioden, unter anderem Lorbeerbaum (Laurus), Feige (Ficus) und Olive (Olea) sowie Banane (Musa) und Hanfpalme (Trachycarpus). Ziehen Kübelpflanzen in ein Winterquartier um, reagieren sie häufig gestresst auf Klimaveränderungen und Lichtmangel. Das nutzen Schädlinge aus, die häufig schon beim Einräumen auf den Pflanzen sind. Neben Blattläusen können sich dann auch Schildläuse, Woll- oder Schmierläuse, Spinnmilben und Weiße Fliegen ausbreiten. Deshalb sollte man die Pflanzen regelmäßig untersuchen und auftretende Schädlinge sofort abgesammeln oder -waschen. Nur in Ausnahmefällen und nach Beratung im Fachhandel empfehlen sich Pflanzenschutzmittel. Infos über Betriebe vor Ort gibt es unter www.ihre-gaertnerei.de und www.gartenbaumschulen.com.

Im Kübel sind sie stärker dem Frost ausgesetzt: Auch bei robusten Pflanzen wie Eiben empfiehlt sich für den Winter ein Umzug an einen geschützten Standort und eine Isolation des Gefäßes zum Schutz der Wurzeln.
Foto: GMH/BVE